Wer ERP Projekte macht, kommt an einem Thema nicht vorbei: Schnittstellen. Egal ob Webshop, EDI, CRM, Lagerverwaltung, Marktplätze oder externe Plattformen – irgendwann müssen Systeme miteinander sprechen. Die OTE Interface App ist dabei nicht aus einer großen Produktidee entstanden, sondern aus vielen kleinen Herausforderungen, die mir in Projekten immer wieder begegnet sind.
Eigentlich war das nie als App geplant
Wer schon ein paar ERP Projekte hinter sich hat, kennt das wahrscheinlich. Am Anfang spricht man über Business Central, Prozesse, Stammdaten und vielleicht noch ein paar Auswertungen. Und irgendwann kommt dann der Satz:
„Ach übrigens, wir haben da noch einen Webshop.“
Kurz darauf folgt meistens:
„EDI brauchen wir auch.“
Dann kommt noch ein CRM dazu. Vielleicht eine Logistikplattform. Vielleicht ein Dokumentenmanagementsystem. Vielleicht irgendeine Anwendung, die seit zehn Jahren zuverlässig ihren Dienst verrichtet und natürlich weiterhin angebunden werden muss. Und spätestens dann ist man mitten im Thema Schnittstellen.
Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, gab es eigentlich kaum ein Projekt, in dem das kein Thema war. Manchmal ging es um einfache Dateiimporte. Manchmal um komplexe API Integrationen. Mal mussten Aufträge übertragen werden, mal Artikel, Preise, Bestände oder Trackinginformationen. Die Systeme waren unterschiedlich. Die Herausforderungen erstaunlich oft dieselben. Irgendwann hatte ich die gleichen Probleme einfach zu oft. Natürlich habe ich mir im Laufe der Jahre viele Lösungen am Markt angeschaut. Und natürlich gibt es gute Produkte. Trotzdem blieb bei mir immer wieder das gleiche Gefühl zurück. Fast jedes Projekt brachte Anforderungen mit sich, die genau nicht in das Raster der vorhandenen Lösungen gepasst haben. Mal wollte ich Fehler besser nachvollziehen können. Mal fehlte mir die Flexibilität bei der Verarbeitung von Daten. Mal wollte ich Schnittstellen schneller aufsetzen oder einfacher überwachen können. Also habe ich angefangen, kleine Helfer zu entwickeln. Nichts Großes. Ein Baustein hier. Eine Funktion dort. Eigentlich wollte ich nur verhindern, dass ich die gleichen Probleme immer wieder neu lösen muss. Mit der Zeit wurde aus diesen kleinen Helfern jedoch immer mehr. Und irgendwann habe ich festgestellt, dass daraus langsam eine eigene Plattform entstanden ist.
Die eigentliche Arbeit beginnt nach der ersten erfolgreichen Übertragung
Eine Schnittstelle zum Laufen zu bringen ist meistens gar nicht die große Kunst. Die eigentliche Herausforderung beginnt danach. Was passiert beim nächsten Update? Wie findet man Fehler? Wie erkennt man, warum ein Datensatz nicht verarbeitet wurde? Wie stellt man sicher, dass die Schnittstelle auch in einem Jahr noch nachvollziehbar funktioniert? Genau an diesen Stellen trennt sich oft eine schnelle Lösung von einer guten Lösung. Viele Integrationen starten mit einer einzelnen Anforderung. Ein Webshop soll angebunden werden. Wenige Monate später kommen weitere Systeme dazu. Plötzlich müssen EDI Nachrichten verarbeitet werden, ein Logistikdienstleister angebunden werden oder Daten für ein Reporting bereitgestellt werden. Spätestens dann wird klar, wie wichtig ein strukturierter Ansatz ist. Und genau deshalb ist die Interface App über die Jahre immer weiter gewachsen.
Moderne ERP Projekte sind heute Integrationsprojekte
Früher konnte ein ERP System häufig weitgehend für sich allein arbeiten. Heute sieht die Realität komplett anders aus. Gerade in Projekten rund um Food, Großhandel, Einzelhandel, E Commerce und Logistik sehe ich kaum noch Unternehmen, die ausschließlich in einem einzigen System arbeiten. Webshops, Marktplätze, CRM Systeme, EDI Plattformen, Zahlungsanbieter, Dokumentenmanagement, Lagerverwaltung oder Datenplattformen gehören längst zum Alltag. Microsoft Dynamics 365 Business Central wird dadurch immer stärker zur zentralen Plattform, in der Informationen zusammenlaufen und Prozesse gesteuert werden. Genau deshalb betrachte ich Schnittstellen heute nicht mehr als Ausnahme. Sie sind ein fester Bestandteil moderner ERP Architekturen. Und genau deshalb kommt die OTE Interface App mittlerweile in nahezu jedem neuen Projekt zum Einsatz. Nicht, weil ich unbedingt eine App verkaufen möchte. Sondern weil ich weiß, wie viel Zeit, Aufwand und Diskussionen sie im Projektalltag sparen kann.
Warum ich nicht überall KI draufschreibe
Aktuell kommt man an KI nicht vorbei. Wenn man den Eindruck der letzten Monate zusammenfassen müsste, könnte man fast meinen, dass jede Software nur darauf gewartet hat, endlich einen Copilot oder einen Agenten zu bekommen. Versteht mich nicht falsch. Ich finde die Entwicklung unglaublich spannend. Wahrscheinlich probiere ich neue technische Möglichkeiten sogar schneller aus als viele andere. Aber bei Schnittstellen denke ich trotzdem etwas konservativ. Wenn ein Kunde eine Bestellung verschickt, möchte ich nicht, dass eine KI entscheidet, ob diese Bestellung übertragen wird. Ich möchte, dass sie übertragen wird. Punkt. Wenn etwas schiefgeht, möchte ich nachvollziehen können warum. Und genau deshalb setze ich bei der eigentlichen Integration weiterhin auf klare Regeln, transparente Prozesse und nachvollziehbare Logik. KI sehe ich eher als Unterstützung. Bei Analysen. Beim Monitoring. Bei der Fehlersuche. Vielleicht künftig bei der Einrichtung oder Dokumentation von Schnittstellen. Aber nicht als Ersatz für einen sauberen und stabilen Datenaustausch.
Vielleicht ist das sogar eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den aktuellen Diskussionen rund um KI: Nicht jeder Prozess wird automatisch besser, nur weil man KI darauf anwendet. Manchmal besteht die beste Lösung weiterhin darin, einen Prozess möglichst einfach, nachvollziehbar und robust zu gestalten.
Vom Projektwerkzeug zur Standardlösung
Rückblickend finde ich es spannend, wie sich die App entwickelt hat. Ursprünglich wollte ich einfach meine Projekte effizienter umsetzen. Heute ist die OTE Interface App bei mehreren Kunden produktiv im Einsatz und gehört in nahezu jedem neuen Projekt zu unseren Standardlösungen. Das liegt vermutlich daran, dass sie nicht auf einer theoretischen Produktidee basiert, sondern auf vielen echten Projekten. Jede Funktion hat irgendwann einmal ein konkretes Problem gelöst. Jeder Baustein wurde irgendwann einmal von einem Kunden benötigt. Und genau deshalb fühlt sich die App für mich auch nicht wie ein Produkt an, sondern eher wie ein Werkzeugkasten, der über Jahre hinweg gewachsen ist. Wenn heute ein neues Projekt startet, stellt sich für mich meist nicht mehr die Frage, ob Schnittstellen benötigt werden.
Die Frage lautet vielmehr: Welche Systeme sollen angebunden werden und wie können wir das möglichst einfach, stabil und wartbar umsetzen?
Neugierig bleiben
Das Schöne an der Entwicklung ist, dass sie eigentlich nie abgeschlossen ist. Jeder neue Kunde bringt neue Anforderungen mit. Neue Systeme, neue Prozesse und neue Ideen. Und genau das macht meinen Job bis heute spannend. Viele Funktionen der App sind entstanden, weil ich in einem Projekt auf ein Problem gestoßen bin und mich gefragt habe:
„Geht das nicht einfacher?“
Manchmal entstehen daraus kleine Verbesserungen. Manchmal neue Funktionen. Und manchmal entwickelt sich daraus ein kompletter neuer Baustein. Genau deshalb entwickelt sich die OTE Interface App kontinuierlich weiter. Nicht auf Basis einer theoretischen Produktstrategie, sondern auf Basis echter Erfahrungen aus echten Projekten. Und ehrlich gesagt hoffe ich, dass das auch in Zukunft so bleibt. Denn genau diese Mischung aus Neugier, Tüftelei und praktischen Herausforderungen hat letztendlich überhaupt erst dazu geführt, dass aus vielen kleinen Helfern irgendwann eine eigene App geworden ist.
Weitere Informationen zur OTE Interface App finden Sie hier:
OTE Interface App für Microsoft Dynamics 365 Business Central




