Zwei Tage Business Central, KI, Community – und ganz viel Praxis
Zwei Tage voller technischer Sessions, spannender Gespräche und ehrlicher Einblicke in die Zukunft von Business Central. Warum sich die Reise nach Darmstadt für mich absolut gelohnt hat.
Wenn man merkt, wie schnell sich das Business-Central-Umfeld verändert
Letzte Woche war ich bei den Days of Knowledge Central 2026 in Darmstadt – und ich glaube, selten hat man auf einer Veranstaltung so deutlich gespürt, wie schnell sich das gesamte Business Central Umfeld aktuell verändert. KI, Copilot, AI Agents, moderne DevOps Prozesse, Fabric, Power Platform, MCP, Automatisierung – gefühlt bringt aktuell jede neue Version von Business Central weitere Themen mit, die vor wenigen Jahren noch eher wie Zukunftsmusik geklungen hätten. Nicht nur wegen der einzelnen Sessions, sondern vor allem wegen der Mischung aus technischem Tiefgang, ehrlichem Austausch und der gemeinsamen Frage: Wohin entwickelt sich unser ERP Umfeld eigentlich gerade?
Wer sich einen Überblick über die Veranstaltung und die Agenda verschaffen möchte, findet hier weitere Informationen:
Mehr Informationen zu Days of Knowledge Central 2026
Zwischen KI, Cloud und echter Praxis
Was mir bei den Days of Knowledge besonders gefallen hat: Die Themen waren zwar modern und teilweise sehr technisch, aber trotzdem immer stark an der Praxis orientiert. Natürlich ging es viel um Microsoft Dynamics 365 Business Central, Cloud Technologien und künstliche Intelligenz. Gerade Themen rund um Copilot, moderne API Architekturen, Microsoft Fabric, Dataverse, Power Platform und AI Assisted Development waren praktisch überall präsent. Aber gleichzeitig hatte man nie das Gefühl, dass dort einfach nur Buzzwords präsentiert werden.
Viele Sessions waren angenehm ehrlich. Wo funktionieren neue Technologien heute schon wirklich gut? Wo muss man noch vorsichtig sein? Und an welchen Stellen entsteht aktuell tatsächlich echter Mehrwert? Gerade das Thema AI wurde sehr differenziert betrachtet. Der Tenor war ziemlich eindeutig: AI ist längst kein Experiment mehr. Viele Speaker zeigten beeindruckend, wie stark AI heute bereits bei Entwicklung, Dokumentation, Testing oder Standardprozessen unterstützen kann. Gleichzeitig wurde aber auch mehrfach sehr klar davor gewarnt, AI unkontrolliert einzusetzen – insbesondere im ERP Umfeld. Einer der Sätze, die bei mir hängen geblieben sind:
„Just because you can, doesn’t mean you should.“
Und genau diese Mischung aus Begeisterung und gesundem Pragmatismus fand ich extrem spannend.
Warum AI, Agents und MCP aktuell überall präsent sind
Ein Thema hat sich dabei fast durch die gesamte Konferenz gezogen: Agentic Systems und MCP – also das Model Context Protocol. Vor ein paar Jahren wurde noch diskutiert, was AI überhaupt leisten kann. Heute geht die Diskussion schon deutlich weiter:
Wie integriert man AI produktiv, sicher und wartbar in reale Business Prozesse?
Mehrere Sessions zeigten sehr eindrucksvoll, wie AI Systeme künftig direkt mit Business Central, APIs oder externen Plattformen interagieren können. Besonders spannend fand ich dabei den Gedanken, dass saubere APIs und klare Datenstrukturen künftig noch wichtiger werden. Denn genau das ist die Grundlage dafür, dass AI Agents überhaupt sinnvoll mit ERP Systemen arbeiten können. Man merkt sehr deutlich: Business Central entwickelt sich immer stärker von einem klassischen ERP System hin zu einer Plattform, die mit AI, Copilot Studio, Fabric, Power Platform und externen Services zusammenspielt.
Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis: Datenqualität
Was sich ebenfalls durch viele Sessions gezogen hat: AI Projekte scheitern selten an der AI selbst. Sie scheitern meistens an den Daten. Mehrere Vorträge haben das sehr klar aufgezeigt. Schlechte Stammdaten, fehlende Governance, unklare Verantwortlichkeiten oder inkonsistente Prozesse werden durch AI nicht besser – sondern häufig sogar sichtbarer.
Und ganz ehrlich: Genau das erleben wir aktuell auch in vielen ERP Projekten.
Bevor man über AI Strategien spricht, braucht man saubere Prozesse, klare Datenstrukturen und Verantwortlichkeiten. Sonst verstärkt AI bestehende Probleme nur schneller.
Moderne DevOps-Prozesse verändern die ERP-Entwicklung
Neben AI war für mich ein weiteres großes Thema die Veränderung im Entwicklungsumfeld rund um Business Central. GitHub, AL-Go, standardisierte DevOps Pipelines und AI Assisted Development waren praktisch überall präsent. Besonders spannend fand ich dabei die Diskussion rund um die zunehmende Komplexität klassischer DevOps Konstrukte. Viele bestehende Setups sind über die Jahre extrem komplex geworden – gerade im Bereich Docker, Azure DevOps oder Container Management. Der Trend geht klar in Richtung Standardisierung und reproduzierbarer Entwicklungsumgebungen. Auch die Nachricht, dass BcContainerHelper langfristig deprecated wird, dürfte für viele technisch orientierte Partner eine ziemlich relevante Information gewesen sein.
Genau die richtige Mischung für mich
Was ich an den Days of Knowledge besonders mag: Die Veranstaltung trifft für mich persönlich genau die richtige Balance. Ich gehöre mittlerweile vermutlich schon eher zum „alten Eisen“ und bin damals noch mit der Textversion von Navision groß geworden. Heute bin ich längst nicht mehr täglich tief in der Entwicklung unterwegs, verfolge die technischen Themen aber nach wie vor mit großem Interesse. Und genau deshalb passt dieses Format für mich so gut. Die TechDays in Antwerpen sind mir persönlich inzwischen fast schon zu tief und entwicklerlastig, während mir die Directions EMEA häufig etwas zu oberflächlich bleibt. Die Days of Knowledge liegen für mich genau dazwischen. Technisch genug, um wirklich etwas mitzunehmen. Aber gleichzeitig praxisnah genug, um die Themen auch strategisch und organisatorisch einordnen zu können.
Meine persönliche Zusammenfassung
Nach den zwei Tagen habe ich für mich selbst nochmal eine ausführlichere technische Zusammenfassung erstellt – mit den wichtigsten Trends, Sessions und Erkenntnissen rund um AI, MCP, Fabric, DevOps, Agentic ERP und moderne Business Central Architekturen.
Zusammenfassung – Days of Knowledge Central 2026
Besonders spannend fand ich dabei Themen wie:
- AI Assisted Development vs. „Vibe Coding“
- MCP als möglicher zukünftiger Standard für AI Integrationen
- Microsoft Fabric als strategische Datenplattform
- Conversational ERP Interfaces
- Agentic Workflows
- AI Governance und Datenqualität
Gerade im Zusammenspiel mit Business Central entstehen hier aktuell unglaublich spannende Entwicklungen.




